Das eigene Gewicht zu beherrschen bedeutet, das Leben zu beherrschen

Von Deepak Chopra – Übersetzung: Chopra Center Europe


Essen ist ein natürlicher Teil des Verdauungsrhythmus. Das Bedürfnis danach ist in den Genen verankert und wird weitgehend von zwei Hormonen, Leptin und Ghrelin, gesteuert. Wenn diese Hormone im Gleichgewicht sind, ist auch der Wechsel zwischen Hunger und Sättigung im Gleichgewicht. Aber diese einfachen physiologischen Fakten sind nebensächlich, wenn das Gewicht zum Problem wird.

Ein ganzheitlicher Ansatz zur Gewichtskontrolle

Gewichtsprobleme sind immer ganzheitlich zu betrachten, sie betreffen den gesamten Lebensstil einer Person. Der beste Ansatz zur Gewichtskontrolle ist daher ganzheitlich, ein Ansatz, bei dem alles berücksichtigt wird, was mit Übergewicht zu tun hat: Essgewohnheiten, Schlaf, Selbstbild, Grundüberzeugungen, Bewegung und vieles mehr. Diese Elemente treten selten isoliert voneinander auf. Stattdessen organisieren sie sich in Form von Rückkopplungsschleifen. Wie ein Zug, der auf einem kreisförmigen Gleis fährt und an jeder Haltestelle Fahrgäste aus- und einsteigen lässt, hat eine Rückkopplungsschleife Eingaben und Ausgaben.

Wenn ein Großteil unseres täglichen Inputs positiv ist, machen wir auch überwiegend positive Erfahrungen. Ist unser täglicher Input vorwiegend negativ, ist das Gegenteil der Fall. Für alle, die mit einer Gewichtszunahme zu kämpfen haben, ist es mit ziemlicher Sicherheit wahr, dass es zu viel negativen Input im Alltag gibt. Selbst der einfache Genuss des Essens kann Teil der Negativität werden, weil das Essen mental und emotional Teil eines größeren Problems geworden ist.

Diese Rückkopplungsschleifen existieren, damit wir das Leben meistern und dabei hoffentlich erfolgreich sind. Schauen wir uns eins der oben genannten Elemente genauer an – guten Schlaf. Die grundlegendste Funktion des Schlafs ist es, uns zu erholen, wenn wir müde sind, und uns geistig frisch am nächsten Morgen wieder aufwachen zu lassen. Aber der Schlaf kann durch alles Mögliche aus dem Gleichgewicht gebracht werden: Angst, Schmerzen, übermäßiger Lärm, geistige Unruhe, gewohnheitsmäßige Schlaflosigkeit, Nachtschichten bei der Arbeit und so weiter. Der Schlaf ist kein einfacher Mechanismus, sondern passt sich dem Lebensstil des Menschen an, und selbst wenn es negative Einflüsse gibt, wie z. B. zu viel Angst, finden der Körper und der Geist einen Weg, damit umzugehen. Selbst die schlimmste Schlaflosigkeit ist durch nächtliche Schlafphasen gekennzeichnet.

Positive Bewältigungsmechanismen

Die Bewältigungsmechanismen die das Leben positiv gestalten, sind zum Glück kein Geheimnis. Hier sind die wichtigsten, sie sollten jeden Tag gestärkt werden:

  • Gutes Selbstbild
  • Gefühl von Zweck und Sinn im Leben
  • Kontakt zu Freunden und Familie
  • Liebe schenken und empfangen
  • Guter Schlaf
  • Körperliche Aktivität
  • Zeit für sich selbst und Zeit für Ruhe
  • Zeit für Spiel
  • Soziale Netze
  • Abwesenheit von Schmerz und Unbehagen
  • Niedriges Stressniveau
  • Abwesenheit von Angst und Depression

Gewichtsbeherrschung ist keine Frage der Ernährung

Obwohl diese Liste auch eine „nährstoffreiche Vollwertkost“ enthalten könnte, lassen wir das Essen für den Moment außen vor, denn anstatt sich um all diese positiven Inputs zu kümmern, verlangen Menschen, die mit ihrem Gewicht zu kämpfen haben, dass das Essen zu viel von der Abnehmarbeit übernimmt. So wird es zum Beispiel zum Ersatz für ein gutes Selbstbild oder eine schnelle Lösung für Ängste.

Das eigene Gewicht zu beherrschen, hat jedoch nichts mit einer Diät zu tun. Wenn es so wäre, würden Diäten funktionieren… Aber nur etwa 2 Prozent der Diätwilligen schaffen es, mindestens fünf Pfund abzunehmen und das Gewicht zwei Jahre lang zu halten. Natürlich ist es viel schwieriger, das Gewicht zu kontrollieren, wenn man sich fett- und zuckerreich ernährt und viel nascht und Fast Food isst. Das alles zählt nicht als gesunde Ernährung. Aber jemanden aufzufordern, auf die Lebensmittel zu verzichten, zu denen er sich gezwungen fühlt, ist dasselbe wie zu sagen: „Hör auf, zwanghaft zu sein.“ Wenn wir eine solche Anweisung befolgen könnten, hätten wir alle unser Idealgewicht erreicht.

Aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachtet, bedeutet Gewichtsbeherrschung, dass wir unser gesamtes Leben in den Griff bekommen. Wir werden abnehmen und das Gewicht halten, wenn die anderen Faktoren im täglichen Leben so zufriedenstellend sind, dass das Essen nicht mehr der erste und wichtigste Bewältigungsmechanismus ist, auf den wir uns verlassen. Übermäßiges Essen ist zweifelsohne eine Gewohnheit, und Gewohnheiten bleiben bestehen, wenn sie einem Zweck dienen, auch wenn er noch so fehlgeleitet ist. Wenn wir den Zweck auf bessere Weise erfüllen, nimmt das Bedürfnis nach der Gewohnheit ab und verschwindet mit der Zeit.

Ich empfehle daher, sich selbst als Ganzes zu betrachten, mit der Absicht, die wirklichen Bedürfnisse im Leben zu erfüllen:

  • Sinn
  • Bedeutung
  • Kreativität
  • Erneuerung
  • Liebe
  • Selbstwert
  • Die anderen positiven Elemente der obigen Liste

Wenn wir ein Selbst aufbauen, das lebensfördernd und nicht selbstzerstörerisch ist, werden alle Arten von Problemen weniger, bis sie ganz verschwinden.

Positivität ins Leben bringen

Um also auf das Bild des Zuges zurückzukommen, der auf der Schiene kreist und Fahrgäste aufnimmt und wieder aussteigen lässt, können wir heute damit beginnen, ein wenig positiven Input hinzuzufügen und ein wenig negativen Input loszulassen. Die Motivation muss jedoch auf beiden Seiten positiv sein. Was auch immer wir hinzufügen oder weglassen, die Entscheidung muss sich gut anfühlen. Willenskraft, Selbstdisziplin, Selbstvorwürfe, Schuldgefühle und Verleugnung fühlen sich nicht gut an, und deshalb gehen die besten Pläne von Diätwilligen immer schief. Sie versuchen, eine Veränderung zu erzwingen, obwohl sich diese nicht gut anfühlt. Das unvermeidliche Ergebnis ist die Rückkehr zu alten, bequemen Gewohnheiten, selbst wenn diese Gewohnheiten nur noch sehr wenig Positives in sich tragen.

  • Erstelle eine Liste positiven Inputs und hänge sie an einem gut sichtbaren Ort auf.
  • Erstelle einen Wochenplan mit großen Feldern zum Eintragen.
  • Sieh dir zu Beginn eines jeden Tages die Liste an und schreibe drei konkrete Dinge in den Wochenplan, Dinge, die du tun möchtest, um deinen Tag zu erfüllen.
  • Kreuze am Ende des Tages die Dinge an, die du erledigt hast.

Positiver Input ist leicht zu erzeugen. Zum Beispiel können wir unter „Spielen“ ein Spiel mit einem Kind, einer Freundin, einem Freund oder allein spielen, was immer uns Freude bereitet. Oder unter „Kontakt mit Freunden und Familie“ gibt es unendlich viele Möglichkeiten, angefangen bei einem netten Telefonanruf.

Wichtig ist, dass wir uns für etwas entscheiden und es durchziehen. Denke nicht daran, deine Ernährungsgewohnheiten zu ändern, es sei denn, du fühlst dich gut dabei, z. B. einen gefrorenen Joghurt statt Eis zu essen oder ein Dessert zu teilen, anstatt zwei zu bestellen. Selbst Fast-Food-Ketten haben inzwischen gesündere Gerichte im Angebot. Wenn wir kreativ werden und gleichzeitig unser positives Input-Programm beibehalten, verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz zur Bewältigung des Lebens, und das ist immer von Vorteil.


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8 der Kommentare

  1. Anna Schindling-
    30 März 2022 at 18:20

    Das stimmt vollkommenen, alles beginnt im Kopf. Das „Jetzt“ genießen und wahr nehmen, Zeit für sich nehmen usw ….suf dem Weg kann man alle Probleme auflösen. Danke!

  2. Christiane Wienecke-
    30 März 2022 at 17:29

    Dieser Beitrag tut der Seele gut. Es trifft genau den Kern und die Anregungen positive inputs aufzuschreiben sind eine sehr hilfreiche Brücke. Ich werde versuchen es aufzunehmen, aber auch immer wieder den Artikel lesen, daß er in meine Seele dringt, so wie ich es auch mit der Meditation mache. Vielen Dank

  3. Elisabeth Zagel-
    30 März 2022 at 15:12

    Ich bin eigentlich schlank, aber ein paar „Corona-Kilos“ nerven hartnäckig. Allein das zu lesen, was ich fühle, woran es hakt, bringt schon ein anderes Lebensgefühl. Habe sofort eine Liste erstellt und zum Telefon gegriffen. Danke für die prompte Stimmungsaufhellung und neuen Ausblick. An Kreativität mangelt es nicht, nur die Motivation war im Keller.

  4. Monika Lazzari-
    30 März 2022 at 11:51

    Ein wunderbarer, wohltuend aufbauender Beitrag!
    Herzlichen Dank und alles Liebe!

  5. Barbara Kölbl-
    23 März 2022 at 9:42

    Wunderbar! Schon beim Lesen dieser Zeilen hat sich etwas in mir verändert! Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Zeilen gefunden habe

  6. Christa Müller-Wagner-
    12 März 2022 at 19:38

    Tolle Idee mit den tagesplänen und positiven Inputs, ich werde es versuchen und habe schon eine Liste vorbereitet. Danke!

  7. Christine Ofner-
    4 März 2022 at 14:59

    Man könnte sich auch für jedes Monat, Jahr eine Liste goldener Eigenschaften – Tugenden auflisten oder Bilder, Fotos, Sprüche für Lebensthemen sammeln, um Collagen zu basteln und zur Motivation eines neuen Lebensstils oder Ziel vor Augen zu führen!
    Viel Freude am kreativen schaffen Christine

  8. Christine Ofner-
    4 März 2022 at 14:49

    Ich habe zu jedem Buchstaben im Alphabet so viel positive Eigenschaften, Dinge aufgelistet wie ich finden konnte, um immer wieder einen blick darauf zu werfen, was noch alles möglich wäre und was ich schon gut im Griff habe. Liebe Grüße an alle die dafür Interesse haben, mitzuspielen! Christine

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