Von Chris Thorp – Chopra Center 


Spirituelle Praktiken wie Yoga und Meditation werden immer beliebter, so dass Mantren oder Mantras buchstäblich in aller Munde sind. Aber was genau ist ein Mantra und wie sollte es aufgesagt werden?

In unserer westlich geprägten, modernen spirituellen Praxis ist das Wort „Mantra“ so geläufig geworden wie „Absicht„. Aber die beiden Begriffe sind eigentlich recht unterschiedlich. Das Wort Mantra kann in zwei Teile zerlegt werden: „Man“, was Geist bedeutet, und „tra“, was Transport oder Vehikel bedeutet. Mit anderen Worten: Ein Mantra ist ein Instrument des Geistes – ein kraftvoller Klang oder eine Schwingung, die es ermöglicht, in einen tiefen Zustand der Meditation einzutreten.

Wie ein Samenkorn, das mit der Absicht gepflanzt wird, zu einer schönen Pflanze zu erblühen, kann ein Mantra als ein Samen zur Energetisierung einer Absicht betrachtet werden. Genauso wie wir einen Blumensamen einpflanzen, pflanzen wir auch Mantren in den von der Meditationspraxis bereiteten fruchtbaren Boden unseres Bewusstseins. Wenn wir diese Saat pflegen, trägt sie mit der Zeit die Früchte unserer Absicht.

Mantren beim Meditieren: Stille und Schweigen

Im kalifornischen Chopra Center ist die Urklänge nutzende „Primordial Sound Meditation“ die bevorzugte Meditationstechnik. Dabei erhalten die Meditierenden ein persönliches Mantra, ihr Bija, das die Klangschwingung ist, die das Universum zum Zeitpunkt ihrer Geburt erzeugte. Dieses Mantra wird während der Meditationspraxis immer wieder lautlos wiederholt. Das hilft, die Aktivität des Geistes zu transzendieren. Das Mantra ist still und hat keine Bedeutung, sodass der Geist nicht auf ein bestimmtes Ergebnis ausgerichtet ist. Es ist einfach ein Mittel, das dabei hilft, eine höhere Bewusstseinsebene zu erreichen.

Achtsamkeit bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Fähigkeit, aufmerksam unsere Alltagsentscheidungen zu Kenntnis zu nehmen und zu erkennen, wenn etwas nicht funktioniert. Viele Menschen stehen Tag für Tag unter großem Stress. Aufstehen, Frühstücken, die Kinder verpflegen und vielleicht zur Schule zu bringen, zur Arbeit gehen und so weiter, bis wir abends todmüde sind. Viele von uns rasen durch den Tag. Und am nächsten Tag geht’s wieder von vorne los…

Die Entwicklung einer täglichen Meditationspraxis hilft, einen präsenteren, friedlicheren und ausgeglichenen Lebensstil zu kultivieren, der sich auf jeden Aspekt des Lebens auswirkt.

Mantren beim Yoga: Das Fassen einer Absicht

In vielen Yogastudios im Westen beginnt der Unterricht damit, dass ein Thema für die Stunde vorgegeben wird, eine Absicht soll für die Praxis formuliert werden. Dafür bieten sich verschiedene Mantren an wie „Ich bin stark“, „Ich bin konzentriert“ oder „Ich lasse los und gebe mich hin“. Das hilft den Übenden, eine Verbindung zu dem Zustand aufrechtzuerhalten, den sie während ihrer Zeit auf der Yogamatte kultivieren möchten.

Dieses Mantra wird in stiller Wiederholung während der Bewegung verwendet, um die Konzentration des Geistes zu fördern. Es wird gesagt, dass Yogapositionen oder Asanas Körperhaltungen und Mantras Geisteshaltungen sind. Mantras, wenn sie auf diese Weise verwendet werden, sind eher wie Affirmationen und helfen, mit einem bestimmten Geisteszustand verbunden zu bleiben.

Mantra: Die heilige Sprache des Sanskrit

Mantren bilden im Kern die Grundlage aller religiösen Traditionen, Schriften und Gebete. Laut Pandit Vamadeva Shastri (Dr. David Frawley) sollen Mantras, wenn sie sorgfältig ausgewählt und im Stillen verwendet werden, die Fähigkeit haben, unsere unterbewussten Impulse, Gewohnheiten und Leiden zu verändern. Mantras, wenn sie gesprochen oder gesungen werden, lenken die Heilkraft von Prana (Lebensenergie) und können in traditionellen vedischen Praktiken verwendet werden, um spirituelle Bewusstseinszustände zu erreichen und zu energetisieren. Mantras als spirituelle Praxis sollten regelmäßig über mehrere Monate hinweg praktiziert werden, damit sie die gewünschte Wirkung entfalten können.

Letzten Endes soll uns das Mantra zur Einfachheit zurückbringen. Wir leben in einer so komplexen Welt, dass es leicht ist, sich in Kleinigkeiten zu verlieren. Mantren können helfen, zu einer einfachen Lebenseinstellung zurückzukehren und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die uns inspirieren und wirklich glücklich machen.


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9 der Kommentare

  1. Deepak Chopra Team-
    8 Oktober 2021 at 20:40

    Hallo Elisabeth, wie schön dein Interesse für die Primordial Sound Meditation zu lesen. Wir werden ab Anfang 2022 hierzu spezielle Kurse anbieten, an welchen Du sicher auch aus Österreich teilnehmen kannst. Wende Dich für Infos diesbezüglich an info@deepakchoprameditation.de. Namaste

  2. 1 Oktober 2021 at 18:36

    Von Herzen Dank für die vielen Meditationen von Deepak Chopra, die wir bereits von Ihnen erhalten haben. Und jetzt freuen wir uns sehr auf die nächste Runde von 22 Meditationstagen! Jedesmal gibt es neue starke Impulse.Nochmals Dank aus München –
    Helga und Martin

  3. SIGRID Geßner-
    30 September 2021 at 23:02

    Herzlichen Dank Deepak Choprad. Ich meditiere fast täglich seit Jahren. mit Deinen wundervoll lebensnahen Texten und den Mantras. Ich habe meinen Weg mit Deiner Hilfe gefunden. Die Erklärung im aktuellen Artikel ist sehr umfassend informativ. Ich habe noch kein Baja, finde aber die Mantras in den Meditationseinheiten sehr hilfreich. Danke vielmals und Namaste
    Sigrid

  4. Dagmar Clausen-
    30 September 2021 at 14:43

    Herzlichen Dank, für diese ausführliche Information. Ich freue mich auf den neuen Meditationscyklus.

    Danke, Dagmar

  5. Elisabeth Engstler-
    30 September 2021 at 14:40

    Hallo ihr Lieben! Ich interessiere mich sehr für das“PSM“. Gibt es die Möglichkeit diesen Kurs auch in Österreich zu belegen?
    Alles Liebe
    Elisabeth Engstler aus Wien

  6. Deepak Chopra Team-
    29 September 2021 at 23:42

    Lieber Paul,
    es gibt unterschiedliche Mantren. Es gibt Mantren, die eine Bedeutung beinhalten , wie die Mantren der 21 tägigen Meditationskurse. Diese können „je nach Bedarf“ genutzt, beziehungsweise gewechselt werden. Bei den 21 Tagen ist die Bedeutung der Mantren auf den jeweiligen Tagesgedanken abgestimmt Es gibt aber auch „persöhnliche“ Mantren, die in einem speziellen Kurs individuell übergeben werden. Man nennt diese Meditationsart „Primordial Sound Meditation“ (PSM) oder Urklangmeditation. Hierbei wird der Meditierende immer nur sein persöhnliches Mantra benutzen, sein Bija Mantra, welches keine eigentliche Bedeutung hat, da dessen Essenz im Klang enthalten ist.Dieser Urklang hilft dem Meditierenden, eine höhere Bewusstseinsebene zu erreichen. Wir freuen uns sehr, Euch ab Beginn 2022 auch Kurse dieser wertvolle Meditationstechnik anbieten zu können. Die Kurse werden von unserer Mitarbeiterin Ulrike geleitet, die am kalifornischen Chopra Center dafür ausgebildet wurde. Vielen Dank für dein Interesse. Namaste

  7. Helene Schaub-
    29 September 2021 at 22:06

    Danke von Herzen für die Wertvolle Arbeit

  8. 29 September 2021 at 15:42

    Guten Tag, ich hätte eine Frage. Sollte das Mantra nicht immer dasselbe sein, bei den angebotenen Kursen wechselt das Mantra Tag für Tag.
    Danke Paul

  9. Gabriele Callegari-
    29 September 2021 at 12:39

    ganz herzlichen Dank für diese wunderbaren Worte aus einem kristallklaren Geist heraus gesprochen. Ihr bringt mich immer wieder auf die Spur. Dafür danke ich 1.000 fach!!!

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